DVMB-Gruppe Laatzen auf „Sonderfahrt“

Sonderfahrt mit der Straßenbahn

Anlässlich des 33-jährigen Bestehens der DVMB werden das ganze Jahr über verschiedene Aktionen im gesamten Bundesgebiet durchgeführt. Was könnten wir machen? Mit dem Fahrrad oder zu Fuß um den Maschsee? Geht nicht, der Eine fährt kein Fahrrad, der Andere ist schlecht zu Fuß und dann das Wetter? Zwei unserer Mitglieder waren bei der ÜSTRA beschäftigt. Also die „alten“ Kontakte ausgenutzt. Nun stand fest, dass wir mit der Nostalgiebahn fahren. Nach Anfragen und Rückfragen unter-stützten uns die AOK und die pronova BKK mit ei-ner finanziellen Projektförderung. In der „Oldtimer-Bahn 239“ waren 24 Sitzplätze und wir bekamen zahlenmäßig Unterstützung von der DVMB-Gruppe Hannover-Mitte und aus Bad Nenndorf. Unsere geplante „Pressearbeit“ lief leider ins Leere – wir waren mit 24 Teilnehmern „kein Thema“.

Sonderfahrt mit der Straßenbahn

Nun konnte es am Freitag, den 21.06.2013 losgehen. Die Stimmung wurde schon vor dem Einsteigen locker, aber als die restlichen Mitfahrer unsere „33 Jahre DVMB T-Shirts“ anzogen („ist kein größeres da, das spannt!“) war die Stimmung groß. Von unseren ÜSTRA-Fahrern wurden wir freundlich begrüßt und bei der ersten Hürde – dem Einsteigen – halfen wir uns gegenseitig. Ein paar Plakate durften wir an den Fenstern festmachen und das größere Logo wurde hinten am Fahrerplatz festgeklebt. Nach einer kurzen Erklärung ging es vom Betriebshof Hannover-Döhren in Richtung Laatzen los.

Sonderfahrt mit der Straßenbahn

Das kannten die meisten ja schon. Aber es rumpelte und quietschte, es war laut und die Holzbänke waren hart. Die Bahn fuhr gar nicht so langsam und an den Halte-stellen schauten die Wartenden unserer Gruppe zu. In Gleidingen sollte die Bahn zurückfahren. Ja wie denn, wo denn? Hinter der Haltestelle Gleidingen „Am Leinkamp“ ist eine Weiche und der Fahrer ging mit seinem Lenkrad und einem Feststellhebel durch den Waggon nach hinten zum zweiten Fahrerplatz, Nun kamen bei uns „Reisenden“ Kindheits- und Jugenderinnerungen hoch. „Mein Vater hat erzählt“... und „waren die Bahnen nicht ohne Türen?“ „die Fenster konnte man doch runterziehen“ „erinnert Ihr Euch noch an die Schaffner mit dem Kleingeldbeutel vorm Bauch?“ So ging es munter weiter und dann auch in die U-Bahn-Tunnel. Da standen wir dann plötzlich auf einem Ausweichgleis und mussten ein bisschen warten. In dieser stillen Zeit konnten wir auch von unseren Fahrern ein paar Details erfragen. Die Bahn hat ein Untergestell von 1927 und der Aufbau war aus dem Jahr 1950,

Sonderfahrt mit der Straßenbahn

die ÜSTRA-Fahrer müssen einen besonderen Kurs absolvieren, um diese Oldtimerwagen fahren zu dürfen und das machen sie neben ihrer Arbeit ehrenamtlich. Die ÜSTRA legt auch fest, wann sie wo fahren dürfen, um den bestehenden Fahrplan nicht durcheinander zu bringen. Da auf unserer Strecke in der Stadtmitte alle 2 Minuten eine Bahn fährt, mussten wir uns „einreihen“. Das klappte auch bei nicht so hoher Geschwindigkeit, da wir an den Haltestellen durchfuhren. „Dienstwagen bitte nicht einsteigen“ stand an den Anzeigetafeln. Wieder im Tageslicht ging es weiter Richtung Roderbruch zu einem Halt, dort genossen wir die Sonne. Dann zurück an der Uni vorbei, Herrenhäuser Gärten, an der Schloss-Rückseite wird noch gebaut – nach Leinhausen. Ach das kenn ich doch! „wo sind wir denn?“ „das ist ja alles neu“, „hier war ich ja seit Jahren nicht mehr“. In Leinhausen fuhren wir über ein großes Schienenareal an einem Bunker vorbei und machten nochmal Halt – auch für ein Gruppenfoto.

Wir haben „unsere“ Stadt völlig neu gesehen, die Veränderungen bewusster wahrge-nommen – da müssen wir mal wieder hin – das alte Fahrzeug bestaunt und unsere Erinnerungen ausgetauscht. Nach 3 Stunden waren wir wieder zurück. Die Bad Nenndorfer Gruppe musste nach Hause zur Wassergymnastik und wir anderen gingen zum Döhrener Biergarten, wo der Nachmittag seinen fröhlichen Ausklang hatte.